Wer kommt zum Gottesdienst, wenn die Oma in der ersten Reihe die wahrscheinlich Letzte ist, die es noch gesundheitlich gerade eben schafft, sich am Sonntag zurechtzumachen und zur Messe zu gehen? Wer wird die Bänke füllen, wenn die nächste Generation die Kirche nur aus Filmen oder einmal im Jahr an Weihnachten kennt? Welche Werte werden den Kindern und Jugendlichen beigebracht, wenn sich ihr Fokus auf die sozialen Medien und den neusten Filter für Selfies richtet?

Bereits viel zu lange gewartet

Die jungen Leute haben viel zu lange gewartet und warten heute noch mit so vielen Dingen. Das Heiraten ist eines dieser Dinge, für das sie Zeit brauchen. Vielleicht kirchlich, vielleicht aber auch nur standesamtlich. Diese Entscheidung wäre damals ganz leicht gefallen und es wäre auch gar keine richtige Entscheidung gewesen, denn kirchlich läge auf der Hand. Doch heute ist das anders. Heute wird gehadert, gezweifelt und zur Not vertagt, auf nächstes Jahr. Die Gespräche mit dem Priester oder Pfarrer, den man gar nicht kennt, kommen einem komisch vor. Und dann tauchen diese Fragen auf, ob es denn überhaupt sein muss, so eine kirchliche Trauung, wenn die Oma gar nicht mehr da ist. Wer weiß das schon?